RLT-Anlage

Eine Raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) ist ein System zur Be- und Entlüftung von Gebäuden, das auch die Funktionen Heizen, Kühlen und Filtern der Luft übernehmen kann. RLT-Anlagen sind vor allem in großen Nichtwohngebäuden wie Büros, Krankenhäusern oder Einkaufszentren im Einsatz, um ein angenehmes Raumklima zu gewährleisten und gleichzeitig die Energieeffizienz zu steigern. Durch die Integration von Wärmerückgewinnungssystemen können RLT-Anlagen den Energieverbrauch für Heizung und Kühlung erheblich reduzieren. Moderne RLT-Anlagen tragen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.

RLT-Anlage – Aufbau, Funktion und Bedeutung für Energieeffizienz in Unternehmen

Was ist eine RLT-Anlage?

Eine RLT-Anlage (Raumlufttechnische Anlage) dient der kontrollierten Be- und Entlüftung von Gebäuden sowie der Aufbereitung der Raumluft durch Heizen, Kühlen, Befeuchten, Entfeuchten und Filtern. Ziel ist es, ein hygienisches und angenehmes Raumklima sowie konstante Umgebungsbedingungen zu schaffen – insbesondere in Nichtwohngebäuden wie Bürokomplexen, Krankenhäusern, Hotels, Einkaufszentren, Produktionsstätten oder Laboren.

 

RLT-Anlagen sind ein zentraler Bestandteil der Gebäudetechnik und beeinflussen maßgeblich den Energieverbrauch und die Energieeffizienz eines Gebäudes.

 

Aufbau und Komponenten einer RLT-Anlage

Eine typische RLT-Anlage besteht aus folgenden Komponenten:

 

  • Zuluftventilator: Fördert Frischluft ins Gebäude.
  • Abluftventilator: Entfernt verbrauchte Luft.
  • Wärmerückgewinnungssystem: Nutzt die Wärme der Abluft zur Vorerwärmung der Zuluft.
  • Heizregister / Kühlregister: Erwärmt oder kühlt die Zuluft.
  • Filtereinheiten: Entfernen Staub, Pollen, Schadstoffe.
  • Befeuchtung / Entfeuchtung: Regulieren die Luftfeuchtigkeit.
  • Luftkanalsystem: Verteilt die Luft in den Räumen.
  • Regelungstechnik / Sensorik: Steuert bedarfsgerecht Volumenströme, Temperaturen und Feuchtigkeit.

 

Funktionsweise einer RLT-Anlage

RLT-Anlagen arbeiten nach dem Prinzip des Luftaustauschs:

 

  1. Frische Außenluft wird angesaugt, gefiltert und ggf. vorerwärmt.
  2. Über Heiz- oder Kühlregister wird die Temperatur an den Bedarf angepasst.
  3. Die aufbereitete Luft wird über Kanalsysteme in die Räume eingebracht.
  4. Verbrauchte Raumluft wird abgesaugt, ggf. zur Wärmerückgewinnung genutzt, und dann abgeführt.

 

Durch moderne Regelungstechnik erfolgt die Steuerung der Anlage bedarfsgerecht nach CO₂-Gehalt, Temperatur oder Feuchtigkeit.

 

Vorteile einer RLT-Anlage gegenüber Fensterlüftung

Im Vergleich zur klassischen Fensterlüftung bietet eine RLT-Anlage zahlreiche Vorteile, insbesondere für Nichtwohngebäude:

 

  • Konstante Luftqualität: Eine RLT-Anlage gewährleistet kontinuierlich frische, gefilterte Luft unabhängig von äußeren Bedingungen wie Wetter, Lärm oder Luftverschmutzung.
  • Energieeffizienz: Dank Wärmerückgewinnungssystemen bleibt ein Großteil der in der Abluft enthaltenen Energie erhalten und wird zur Vorerwärmung der Zuluft genutzt. Fensterlüftung hingegen führt oft zu erheblichen Wärmeverlusten.
  • Hygiene und Gesundheit: Filter entfernen Schadstoffe, Allergene und Feinstaub aus der Luft, was die Raumluftqualität deutlich verbessert. Fensterlüftung bietet keinen vergleichbaren Schutz.
  • Raumklimasteuerung: Temperatur, Feuchte und Luftqualität lassen sich präzise steuern, was insbesondere in sensiblen Bereichen wie Laboren oder Reinräumen unverzichtbar ist.
  • Vermeidung von Zugluft: Die kontrollierte Verteilung der Luft sorgt für gleichmäßige Temperaturen ohne unangenehme Zugerscheinungen.

 

Beispiel: In einem modernen Bürogebäude mit hoher Mitarbeiterdichte sorgt eine RLT-Anlage für gleichbleibend gute Luftqualität und angenehme Temperaturen. Die Fenster bleiben geschlossen, sodass Lärm, Pollen und Feinstaub draußen bleiben. Gleichzeitig spart das Unternehmen Heiz- und Kühlkosten durch die effiziente Wärmerückgewinnung der Anlage. Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden werden gefördert, während die Energiekosten sinken.

 

Bedeutung von RLT-Anlagen für Energieeffizienz

1. Energieverbrauch von RLT-Anlagen

RLT-Anlagen zählen zu den größten Energieverbrauchern in Nichtwohngebäuden, insbesondere durch:

 

  • Ventilatoren (Stromverbrauch)
  • Heiz- und Kühlregister (Wärme/Kältebedarf)
  • Luftbefeuchtung / -entfeuchtung

 

Ein effizienter Betrieb ist daher entscheidend für den gesamten Energiebedarf eines Gebäudes.

 

2. Optimierungsmöglichkeiten

  • Bedarfsgerechte Steuerung (CO₂, Temperatur, Feuchte)
  • Energieeffiziente Ventilatoren (EC-Technologie)
  • Hocheffiziente Wärmerückgewinnungssysteme (Rotationswärmetauscher, Kreuzstrom)
  • Optimierte Luftvolumenströme (zonenweise, nutzerabhängig)
  • Regelmäßige Wartung / Filterwechsel zur Vermeidung erhöhter Druckverluste

 

Durch solche Maßnahmen lassen sich Energieeinsparungen von bis zu 30 % erzielen.

 

3. Zusammenhang mit Energiemanagement

Eine RLT-Anlage ist oft Bestandteil von Energiemanagementsystemen (ISO 50001) oder Maßnahmenpaketen aus Energieaudits (DIN EN 16247-1). Ihre Verbrauchswerte fließen in Energiebilanzen und Monitoring-Systeme ein.

 

Gesetzliche Vorgaben und Normen

RLT-Anlagen unterliegen zahlreichen technischen und gesetzlichen Anforderungen:

 

  • DIN EN 16798 (ersetzt DIN EN 13779): Anforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen hinsichtlich Raumluftqualität, thermischem Komfort und Energieeffizienz.
  • VDI 6022: Hygieneanforderungen an RLT-Anlagen.
  • EnEV / GEG: Vorgaben zur Primärenergie und zum Einsatz effizienter Systeme.
  • Arbeitsstättenrichtlinien (ASR A3.6): Anforderungen an Luftqualität und Lüftung in Arbeitsstätten.

 

Rolle von RLT-Anlagen in Nachhaltigkeits- und Förderprogrammen

Effiziente RLT-Anlagen werden in Förderprogrammen berücksichtigt, etwa:

 

  • BAFA-Förderung für Querschnittstechnologien
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

 

Im Kontext von ESG-Zielen, Nachhaltigkeitsberichten und Dekarbonisierungsstrategien rücken RLT-Anlagen ebenfalls in den Fokus, da sie erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß eines Gebäudes haben.

 

Fazit: Effizienz durch intelligente Planung und Betrieb

RLT-Anlagen sind unverzichtbar für Komfort, Gesundheit und Prozesssicherheit in Nichtwohngebäuden. Ihr Einfluss auf die Energieeffizienz und Betriebskosten ist erheblich. Durch intelligente Planung, moderne Technologien und bedarfsgerechte Steuerung lassen sich nicht nur Betriebskosten senken, sondern auch gesetzliche Anforderungen erfüllen und Nachhaltigkeitsziele erreichen.

 

Ein professionelles Energiemanagement sollte RLT-Anlagen immer im Blick haben, da sie einen wesentlichen Hebel zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz eines Unternehmens darstellen.

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